Ein Batteriespeicher kann den Eigenverbrauch einer Photovoltaikanlage deutlich erhöhen. Ob sich das wirtschaftlich auszahlt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab: von den Strompreisen, der Eigenverbrauchsquote ohne Speicher, den Investitionskosten und der Lebensdauer des Systems. Technisch ist der Nutzen eines Speichers einfach erklärt. Er verschiebt Solarenergie von Stunden mit Überschussproduktion (tagsüber) in Zeiten mit höherem Verbrauch (abends und nachts). Ob sich das finanziell lohnt, hängt stark von den individuellen Rahmenbedingungen ab.

Technische Grundlagen

Ohne Speicher kann nur derjenige Teil der PV-Produktion direkt genutzt werden, der gleichzeitig mit dem Verbrauch anfällt. Der Rest wird ins Netz eingespeist. Ein Batteriespeicher erweitert diese Gleichzeitigkeit. Er speichert überschüssige Energie und stellt sie später wieder zur Verfügung. Dadurch steigt der Eigenverbrauchsgrad, also der Anteil der PV-Energie, die im eigenen Haushalt genutzt wird. In der Praxis wird der Speicher auf Basis von Messdaten im 15-Minuten-Raster simuliert. In jedem Intervall wird zuerst der aktuelle Verbrauch durch die PV-Produktion gedeckt. Ist Energie übrig, wird sie in den Speicher geladen, solange Kapazität frei ist. Reicht die PV-Leistung nicht aus, kann der Speicher Energie abgeben, sofern er noch geladen ist. Erst wenn beide Quellen nicht genügen, erfolgt ein Netzbezug.

Beispiel: Wirkung eines Speichers

Das folgende Beispiel zeigt, wie sich der Eigenverbrauch mit einem Speicher verändert. Ohne Speicher wird der Überschuss sofort eingespeist. Mit Speicher kann derselbe Überschuss später genutzt werden.
Zeitintervall Verbrauch (kWh) Produktion (kWh) Eigenverbrauch (kWh) Speicherladung / -entladung (kWh)
12:00 – 12:15 0.3 0.8 0.3 Ladung: 0.5
19:00 – 19:15 0.6 0.0 0.5 Entladung: 0.5
Ohne Speicher würde im ersten Intervall 0.5 kWh ins Netz eingespeist und im zweiten Intervall 0.6 kWh aus dem Netz bezogen. Mit Speicher kann die überschüssige Mittagsproduktion am Abend genutzt werden. Der Netzbezug sinkt, der Eigenverbrauch steigt.

Wirtschaftliche Betrachtung

Ob sich ein Batteriespeicher finanziell lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind insbesondere:
  • der Strompreis für Bezug aus dem Netz, bestehend aus Energiepreis und Netznutzungskosten,
  • die Preisstruktur des Stromtarifs, also ob neben der Arbeit auch Leistungspreise (kW) verrechnet werden,
  • die Einspeisevergütung für überschüssigen Solarstrom, der ins Netz abgegeben wird.
Je grösser der Unterschied zwischen Stromkosten und Einspeisetarif, desto stärker wirkt sich ein erhöhter Eigenverbrauch wirtschaftlich aus. Gleichzeitig verursacht ein Speicher Kosten: Anschaffung, Installation, Steuerung und nach einigen Jahren ein allfälliger Austausch. Der Nutzen entsteht also nur, wenn die zusätzlichen Einsparungen die Investition über die Lebensdauer rechtfertigen. Typischerweise kostet ein Heimspeicher heute zwischen 700 und 1 000 CHF pro kWh nutzbarer Kapazität. Bei einem jährlichen Mehrverbrauch von etwa 1 000 kWh aus der eigenen PV-Anlage und einem Preisvorteil von 20 Rp/kWh spart man rund 200 CHF pro Jahr. Eine 5 000 CHF teure Batterie würde sich damit erst nach rund 25 Jahren amortisieren, was länger ist als ihre übliche Lebensdauer. Wirtschaftlich interessant wird der Speicher vor allem bei sehr hohem Eigenverbrauchsbedarf, mit Lastspitzenoptimierung oder mit Förderbeiträgen.

Lebensdauer und Verluste

Jeder Lade- und Entladevorgang verursacht Verluste. Bei modernen Lithium-Speichern liegen diese typischerweise zwischen 5 und 10 Prozent. Die nutzbare Energie sinkt dadurch leicht. Auch die Lebensdauer ist begrenzt. Nach rund 5 000 Zyklen steht meist nur noch 70 bis 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität zur Verfügung. Diese Alterung sollte in der Wirtschaftlichkeitsrechnung berücksichtigt werden.

Richtige Dimensionierung

Ein Batteriespeicher sollte so dimensioniert werden, dass das Zusammenspiel von PV-Anlage, Speicher und Verbrauch möglichst effizient ist. Ist der Speicher zu klein, fallen die Fixkosten für Installation, Steuerung und Systemintegration stärker ins Gewicht. Ist er zu gross, bleibt ein Teil der Kapazität über längere Zeiträume ungenutzt, was die Kosten pro tatsächlich genutzter Kilowattstunde erhöht. Ein hoher Eigenverbrauch ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist, ob die Verschiebung der Energie im Tagesverlauf einen wirtschaftlichen oder betrieblichen Vorteil bringt. In der Praxis gilt als Orientierung: Ein Speicher sollte im Jahresmittel möglichst viele Betriebsstunden erreichen. Wirtschaftlich sinnvoll ist meist eine Auslegung, bei der der Speicher an sonnigen Tagen vollständig geladen und in den Abendstunden wieder entladen wird. Das entspricht typischerweise einer täglichen Vollzyklenzahl von 0.7 bis 1.0. Speicher, die selten oder nur teilweise genutzt werden, amortisieren sich deutlich langsamer. Die Speichergrösse sollte zudem zur installierten PV-Leistung und zur typischen Tagesproduktion passen. Ein Speicher, der regelmässig vollgeladen und wieder entladen wird, arbeitet am effizientesten und liefert die verlässlichsten wirtschaftlichen Resultate. Wird der Speicher mit realen 15-Minuten-Daten simuliert, lässt sich gut erkennen, bei welcher Kapazität die Nutzung am ausgewogensten und effizientesten ist.

Speicherpotenzial selbst simulieren

Wie gross der Nutzen eines Batteriespeichers bei Ihrer eigenen Anlage tatsächlich ist, lässt sich am besten mit realen Daten beurteilen. Laden Sie Ihre PV- und Verbrauchsdaten im 15-Minuten-Raster hoch und simulieren Sie verschiedene Speicherkapazitäten direkt online. Das Tool berechnet automatisch Eigenverbrauch, Netzbezug und Spitzenleistungen und zeigt, ab welcher Grösse ein Speicher sinnvoll wird. 👉 Hier geht es zur Simulation im Browser

Quellen

  • Bundesamt für Energie BFE (2023). Marktüberblick Batteriespeicher Schweiz. Bern: BFE.
  • VSE (2022). SDAT-CH: Grundlagen und Definitionen. Aarau: Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen.
  • Empa (2024). Langzeittest Heimspeicher – Effizienz und Alterung. Dübendorf: Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt.